Hellas als unerreichbare Gegenmoderne

Die Entstehung des tragischen Bewusstseins aus der Griechensehnsucht in der deutschen Altertumswissenschaft zwischen 1800 und 1875

 

Broschur, 364 Seiten

Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2013

 

Welche Sehnsüchte lagen der Fas- zination für das antike Griechenland im 19. Jahrhundert zugrunde? Und warum hat die Liebe zu Hellas besonders im deutschen Bil- dungsbürgertum eine so enorme Bedeutung erlangt und ungeheure geistige Kräfte mobilisiert? – In diesem Buch wird die These aufge- stellt, dass die Projektion von Hellas auch als Fluchtversuch und Akt des geistigen Widerstandes gegen die Moderne verstanden werden muss und dass die Bewusstwerdung der Unerfüllbarkeit dieser Sehnsüchte sowie das Scheitern am eigenen Ideal zum Pessimismus im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts wesentlich beigetragen haben.

 

Inhalt

 

I. EINLEITUNG

 

1. Gegenstand

 

2. Ausgangsposition

 

a) »Göttinger Schule«

b) Johann Gottfried Herder

c) Friedrich August Wolf

d) Arnold Hermann Ludwig Heeren

e) Friedrich Ast

 

3. Deutsche Bearbeitungen der griechischen Geschichte

a) Werke zwischen 1800 bis 1835

b) Werke zwischen 1835 bis 1875

 

4. Zielposition: Nietzsche und Burckhardt

 

II. DUALISMUS: »ANTIK« UND »MODERN«

 

1. Grundlagen (Motive)

a) Begriffsbestimmung

b) Antike versus Moderne: allgemeine Unterscheidungen

c) Antike und Moderne bei Wilhelm von Humboldt

d) Antike und Moderne bei Friedrich Schlegel

 

2. Erkennen des Erkannten

a) Das Problem, die Alten zu »verstehen«

b) »Reconstruction des Alterthums«

c) »Lebendige Anschauung«

 

III. BEWUSSTSEIN FÜR DEN WELTZERFALL

 

1. Geschichte als »Tragödie«

a) Der Begriff des Tragischen in der Altertumswissenschaft

b) Das »unglückliche Bewusstsein«

c) Entwicklung des »tragischen Bewusstseins« am Beispiel der Sophokles-Rezeption

 

2. Geschichte als »Organismus«

a) Idee des Organischen der Geschichte in der Altertumswissenschaft

b) »Verfall und Untergang der griechischen Freistaaten«

c) »Schönheit« und »Verhässlichung« des Menschen

 

3. Wert der Altertumsstudien, insbes. des Griechischen

a) Eine Wissenschaft in Bedrängnis

b) Verschiedenheit, Originalität, Eigentümlichkeit

c) Wert des Griechischen

d) Kulturelle Identitätsfindung am Beispiel der frühen Homer-Rezeption

 

Exkurs: »Kultur« versus »Zivilisation«

 

IV. DAS UNBEHAGEN AN DER DEMOKRATIE

 

1. »Entartung« der Hellenen

a) Britische Einflüsse

b) Phänomen der »Entartung« am Beispiel der Athener

 

2. Demokratie als Deszendenzsymptom

a) »Griechische Freiheit«

b) Das Sykophantentum

c) Demokratiekritik in der deutschen Altertumswissenschaft

 

V. SCHLUSSBEMERKUNGEN

 

LITERATUR

 

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